36. ALS-Akademie PDF Drucken E-Mail

36. ALS-Akademie: Prof. Dr. Dr. Axel Wilke referierte am 10.11.10, 19.30 Uhr über: 

Axel Wilke

 

Phänomen Rückenschmerz


Es zwickt und zwackt

 

Der Rückenschmerz ist eines der größten Volksleiden unserer Zeit. Gerade, weil er nicht nur körperlich, sondern auch psychisch bedingt ist.

Einige Ursachen, Behandlungsmethoden und Vorbeugungsmöglichkeiten wurden am Mittwoch von Dr. Dr. Axel Wilke bei einem Vortrag in der Aula der Alten Landesschule vor etwa 300 Besuchern vorgestellt. Wilke ist Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Elisabeth-Klinik in Bigge und ein ehemaliger Schüler der ALS, (Abitur-Jahrgang 1979)

 

Selten werden Schmerzen in der Wirbelsäule durch ernsthafte Erkrankungen hervorgerufen. Trotzdem: Haben will sie niemand. In jedem Alter kann die Lebensqualität durch Rückenschmerzen verringert werden. Eine perfekte Lösung gibt es nicht, aber viele verschiedene, individuelle Ansätze.

Laut Axel Wilke geht die Behandlung zuerst davon aus, dass der Rückenschmerz harmlos ist. Also ausgelöst durch eine Verrenkung, einen eingeklemmten Nerv oder auch Stress. Wichtig ist beim Gang zum Arzt die Verständigung. Durch die Befragung des Patienten fällt die Diagnostik leichter und die Therapie setzt früher ein. Beginnend mit der Anamnese kommt es zu einer klinischen Untersuchung und eventuell wird ein Röntgenbild oder eine MRT (Magnetresonanztomographie) erstellt. Den Ausschlag für ein schnelles Ergebnis gibt hierbei oft die Erfahrung des Arztes, so Wilke.

Insgesamt ist der Rückenschmerz die teuerste Krankheit in Deutschland. Mit ihr hängen oft viele Krankentage und langwierige Rentenverfahren zusammen.

Um den Körper länger fit zu halten und einer Chronifizierung des Schmerzes entgegenzuwirken hilft regelmäßige Aktivität. Mit Krankengymnastik und Eigenübungen, Spaziergängen und frischer Luft ist das Rückgrat besser bedient als mit bequemer Bettruhe und einer Wärmflasche. Wer die Bandscheiben belastet, stärkt ihr Schwammgewebe, versorgt sie mit Nährstoffen und bleibt wahrscheinlich länger gesund.

Eine gewisse Disziplin ist erforderlich, um Bauch- und Rückenmuskulatur dauerhaft aufzubauen, letztendlich lohnt sich der Aufwand jedoch für Körper und Geist. Denn die Psyche spielt in der Schmerzmedizin eine bedeutende Rolle. Der Alltag der meisten Menschen ist stressig und aufwühlend. Zeit für das eigene Wohlbefinden bleibt oft nicht. Diese Umstände wirken sich negativ auf den Körper aus.

Aus diesem Grund setzt die Therapie bei Rückenschmerzen sowohl mit dem Orthopäden, dem Schmerztherapeut, als auch dem Psychologen an.

Im Laufe der Behandlung werden unter anderem Wärme, Fango und Mikrowellen eingesetzt. Ebenso hilft die Akupunktur, um schmerzfreier zu leben. Verschiedene Analgetika und Antiphlogistika sowie Spritzen unterstützen die Therapie zusätzlich. Erst der letzte Ausweg ist die Operation. Nach einer langen Krankengeschichte setzt sich der Arzt in diesem Fall mit dem betroffenen Patienten auseinander und spricht mit ihm über dir zu erwartenden Ergebnisse.

Operiert wird beispielsweise, wenn ein Tumor vorhanden ist, ein Bandscheibenvorfall oder eine Spinalkanalsverengung vorliegt oder Arthrose die Wirbel verschleißen lässt.

Im Hinblick auf die Behandlungsmethoden betont Facharzt Axel Wilke: "Modern ist nicht besser." Er rät Patienten zwar, offen für alles zu sein, sich jedoch nicht von den neuesten, erst wenig bewährten Therapiemöglichkeiten blenden zu lassen.

 

Helena Heider, E9e

 

Ein Korbacher macht Karriere

Prof. Dr. Axel Wilke zurück in der ALS

Sein Programm "Phänomen Rückenschmerz" stellt der ehemalige Schüler der Alten Landesschule Prof. Dr. med. Dr. rer. Physiol. Axel Wilke nächste Woche vor.

Nach seinem Abitur im Jahre 1979 begann er seinen Weg zu gehen, indem er ein Doppelstudium in Humanmedizin und Humanbiologie absolvierte und Karriere machte. Danach folgten weitere Prüfungen, die größtenteils mit der Note "sehr gut" abgeschlossen wurden. 1993 wurde Prof. Dr. Axel Wilke Facharzt für Orthopädie und 1996 Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin und zugleich Oberarzt. 1997 erhielt er ein Südafrika- Stipendium der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie. Fünf Jahre später folgte ein ASG- Stipendium der Gesellschaft.

Dieser Mann ging seinen Weg sehr erfolgreich, da er auch kommissarischer Direktor der Klinik für Orthopädie und Rheumatologie an der Philipps- Universität und ärztlicher Leiter des "Medizinischen Versorgungszentrums" in Marburg war. Er erwarb unter anderem Zusatzqualifikationen in Chirotherapie, Sozialmedizin und Rheumatologie. Doch das war noch nicht alles: Prof. Dr. Wilke erhielt Wissenschaftspreise für seine außerordentlichen Leistungen, wie den Wilhelm- Roux- Preis der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie oder den Preis für die Lehre des Fachbereichs Humanmedizin der Philips- Universität in Marburg.

Seit dem 1. Januar 2006 ist er nun Chefarzt der orthopädischen Klinik in Bigge. Doch er ist zurück an der Alten Landesschule, um allen Interessenten sein Programm "Phänomen Rückenschmerz" vorzustellen. Das Event findet am 10. November um 19:30 Uhr in der Aula der Alten Landesschule statt. Der Eintritt ist für alle Besucher frei. Informationen über den Inhalt des Programms werden folgen.