14. ALS Akademie PDF Drucken E-Mail

Werner Rabe referierte am 23.09.2004 über: 

 

 Der Herr der Ringe - Auf einen Plausch mit van Almsick, Kretsche", Schüttler und Co.

 

 


Werner RabeDer olympische Gedanke übte immer schon eine Faszination auf ihn aus. Werner Rabe, Leiter des Programmbereichs Sport und Freizeit beim Bayrischen Rundfunk und Fernsehen und ehemaliger Schüler der Alten Landesschule (Abi 1968), referierte am 23.09.2004 im Rahmen der ALS- Akademie zu dem Thema „Olympia“.


Begonnen hat das olympische Fieber bei ihm 1972 bei der Olympiade in München, wo Rabe zum ersten mal mit dabei sein durfte, um als Sportredakteur der Waldeckischen Landeszeitung direkt von den Wettkämpfen zu berichten. Seitdem hat er 14 mal olympische Sommer-, bzw. Winterspiele live miterlebt und kommentiert.


Doch was ist das Faszinierende an Olympia, den Spielen der griechischen Antike, die durch König Otto von Bayern und Pierre Baron de Coubertin in der Neuzeit wiederbelebt wurden? Für Rabe ist es immer wieder ein besonders Erlebnis: diese unglaubliche Atmosphäre, die Vereinigung von Nationen, das Mannschaftsgefühl der Sportler und die Tatsache, dass Olympia alle Schwierigkeiten, Anschläge und Attentate- überdauert hat.


Leb- und bildhaft berichtete Rabe von seinen Erlebnissen bei Olympia, sodass die Zuhörer gebannt und manchmal schmunzelnd seinen Ausführungen über die Welt hinter den Kulissen des Sporthighlights Olympia folgen durften. Manch nette Anekdote wurde zum besten gegeben, sodass z.B. die Verbindung von Heiner Brandt und seinen Handballern zu den Boxern, die Herkunft von „Kretsches“ Athen-Pulli, van Almsicks TV Auftritte und die Verbundenheit Rainer Schüttlers zum olympischen Dorf von Rabe erläutert wurden.


Aber auch kritische Anmerkungen zu Olympia fehlten nicht, denn er sieht Olympia, gerade nach Athen 2004, durch ein großes Krebsgeschwür bedroht. Doping, „gezüchtete Sportler“ aufgrund der Gen- Technologie , Ausbreitung des Kommerzes und Terror stellen ein immer größeres Problem für den Sport dar.


Insgesamt bewertet er Athen 2004 als eine gelungene „Symbiose zwischen Vergangenheit und Gegenwart“ , merkt jedoch an, dass die Sportler heute oft an zu hohen Maßstäben und von der Bevölkerung und den Medien zu kritisch beurteilt werden würden. Das Abschneiden der deutschen Sportler in Athen sei ein Anlass, ganz neue Strukturen durchzusetzen und neue Wege zu gehen, so zum Beispiel mehr individuelles Training, wie im Wintersport und neuerdings auch im Fußball.
Trotz aller Schattenseiten zieht er ein positives Fazit, denn was Olympia ausmacht, seien diese unglaubliche Atmosphäre und die unglaublichen Momente, die Sportler, Zuschauer, Politiker und Journalisten beeindrucken, fesseln und miteinander verbinden.

 

Eva-Maria Müller Klasse 11d ALS