48. ALS Akademie PDF Drucken E-Mail

Paul Anton Krüger zu Besuch an der ALS


Nahost-Korrespondent der SZ war Schulsprecher an der ALS


Paul Anton KrügerAm 18. Mai 2017 besuchte der Journalist der Süddeutschen-Zeitung seine frühere Schule, an der er Schulsprecher war, und erzählte den Schülern der  Jahrgangsstufe elf von seinem Werdegang zum erfolgreichen Journalisten sowie dem Alltag eines Auslandskorrespondenten in Kairo. Dieser Vortrag war eine weitere Veranstaltung der ALS-Akademie, die die Schule zusammen mit dem Ehemaligenverein durchführt.


Krüger arbeitet als Nah-Ost Korrespondent der Süddeutschen-Zeitung und ist damit für die Berichtserstattung aus 18 Ländern, unter anderem Ägypten und Syrien, zuständig. Dabei geht er nicht nur auf politische Ereignisse ein, sondern schreibt genauso über ein weit gestecktes Spektrum an kulturellen, archäologischen bis hin zu sportlichen Themenbereichen.


Sein Abitur absolvierte Krüger 1997 an der Alten Landesschule in Korbach und begann daraufhin ein Jurastudium in Berlin. Bereits zu seiner Studentenzeit hatte er das Ziel vor Augen, Journalist zu werden und besuchte somit die Journalistenschule in München. Spezialisiert auf internationale Politik und Sicherheitspolitik sammelte er Erfahrungen in Form von Praktika und freier Mitarbeit bei der Süddeutschen-Zeitung und wurde dort letztendlich Chef vom Dienst im Ressort Außendienst. Dieser „Schreibtischjob“, wie Krüger ihn betitelte, wurde im Oktober 2014 durch seine angestrebte Stelle als Korrespondent in Kairo ausgetauscht. Seitdem ist Krüger wohnhaft in Kairo.


Sein Ziel sei es, das Verständnis der Leser für eine fremde Welt zu schaffen; er agiere als Auslandsjournalist also als eine Art Mittler zwischen den Kulturen. Somit sei es wichtig, die zu verfassenden Berichte und Geschichten spannend und interessant zu gestalten, um das Interesse der Menschen zu wecken.


Seine Arbeit als Journalist umfasst auch viele Reisen: Krüger ist oftmals zehn Tage im Monat unterwegs. Man müsse zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, so Krüger. Dies kann gelegentlich auch gefährlich werden, denn die „richtigen Orte“ umfassen genauso die Krisengebiete. So befand sich Krüger schon in geringer Entfernung zu IS-Terroristen, als er ein Museum mit zerstörter Kunst durch Anschläge des IS aufsuchte, oder erlebte Bombeneinschläge und Luftangriffe aus nächster Nähe. Diese Reisen in Krisengebiete sind jedoch freiwillig und dürfen nur unter der Voraussetzung einer entsprechenden Ausbildung angetreten werden.
Krüger gab den Schülern Tipps, wie sie selbst den Weg zum Journalismus einschlagen können, betonte dabei jedoch, dass kein spezieller „Königsweg“ bestehe. Wichtig seien auf jeden Fall gute Sprachkenntnisse, da man auf diese Weise sein Umfeld besser aufnehme. „Man muss seinen Job mögen, man muss ihn leben.“ Das setzt voraus, dass man neugierig sowie kulturinteressiert ist und gerne reist. Als Journalist erlebe man immer neue Dinge und komme in Ecken, wo normale Menschen nicht hinkommen.


Zum Schluss erzählte Krüger über seine persönliche Situation in Kairo, einer Stadt, die ca. fünf Mal so viele Menschen beherbergt, wie in ganz Hessen leben. Durch die Armut und das Leid, mit denen er täglich konfrontiert wird, ist er sich bewusst darüber geworden, wie gut wir es hier in Deutschland haben: „Man wird demütig.“
Krüger trat den Schülern offen und ehrlich gegenüber und gestaltete seinen Vortrag anhand von Bildern und Filmmaterial abwechslungsreich und spannend. Immer wieder erkundigte er sich nach aufgekommenen Fragen, welche reichlich gestellt wurden.


Der Journalist hat den Schülern auf jeden Fall eine Ermutigung mit auf den Weg gegeben: Man sollte sein Ziel nicht zu schnell aufgeben, denn auch er hat einmal klein als Praktikant der Waldeckischen Landeszeitung begonnen.