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Dirk Kupfernagel referierte am 24.11.2014 über:

 

 Justiz in Berlin - Gerichtsverhandlungen an geschichtsträchtigen Orten

 

 Das Gebäude des Landgerichts Berlin in der Nähe des Alexanderplatzes vom Beginn des 20. Jahrhunderts beherbergte zu DDR-Zeiten das Oberste Gericht der DDR, dessen Präsidiumssaal weiterhin genutzt wird; entsprechendes gilt für das Büro der Präsidenten des Obersten Gerichts der DDR. Das Kammergericht (Oberlandesgericht für das Land Berlin) war Schauplatz der Prozesse vor dem sog. Volksgerichtshof gegen die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. Später tagte dort der Alliierte Kontrollrat. Daher konnte das Kammergericht sein Gebäude erst Mitte der 90er Jahre wieder beziehen. Diese beiden Gerichtsgebäude und deren Geschichte sollen den Schwerpunkt der Veranstaltung ausmachen.

Daneben werde ich kurz auch das Kriminalgericht in Berlin-Moabit (Strafkammern des Landgerichts Berlin und Amtsgericht Tiergarten, wo ich allerdings nie aktiv im Einsatz war) erwähnen, weil über die Zeiten hinweg wichtige Strafprozesse verhandelt wurden (in der Weimarer Republik war u.a. Hitler als Zeuge vorgeladen; Prozesse gegen Honecker während des Nationalsozialismus und in den 90er Jahren). Schließlich hat die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, das Justizministerium des Landes Berlin, seinen Sitz neben dem Rathaus Schöneberg, wo Kennedy seine berühmte Rede hielt („Ich bin ein Berliner“).

Dirk Kupfernagel