45. ALS Akademie PDF Drucken E-Mail

Ingeborg Linder referierte am 03.04.2014 über:

 

Korbach nach dem Krieg

 

Ingeborg Linder Ingeborg Linder aus Berlin berichtete im April 2014 vor den beiden Geschichts-Leistungskursen im Abiturjahrgang über ihr Aufwachsen in Korbach. Aus Ostpommern kam sie als Flüchtling gegen Kriegsende ins Waldecker Land. Vor allem die Zeit an der Alten Landesschule (1946-1955) ist ihr in Erinnerung.

 

Anschaulich erzählte Frau Linder vom  Mangel der Nachkriegszeit, ablesbar etwa am Mangel an Raum (die ALS wurde noch als Lazarett genutzt, so musste man in die Berufsschule, heute Stadtbücherei, ausweichen) oder Mangel an Papier (in Ermangelung von Schulbüchern schrieb man oft von der Tafel ab und auf alte Feldpostbriefe oder auf die Rückseiten schon beschriebenen Papiers). Damals besuchten etwas über 500 Schüler die ALS, nur etwa ein Drittel davon waren weiblich. Gut in Erinnerung sind ihr der ehemalige Schulleiter Dr. Alfred Ehrentreich, ein engagierter Reformpädagoge, und die zahlreichen internationalen Kontakte der Schule, die schon so kurz nach Kriegsende möglich waren und halfen, alte Feindbilder abzubauen.

Die ehemalige Lehrerin und mehrfache Buchautorin verbindet noch immer viel mit Korbach, seiner Schule und ihren ehemaligen Pädagogen: „Es war eine Zeit des Mangels, aber auch der Freude. Die Lehrer haben sich damals wirklich Mühe mit uns gegeben, und wir haben sie zum Teil verehrt“, so die 79-Jährige.


Johannes Grötecke